Verschwörungstheorien vor dem 20. Jahrhundert

Die Ritualmordlegende aus dem 12. Jahrhundert

Die Ritualmordlegende kam zum ersten Mal im Jahr 1144 in Großbritannien auf. Es wurde behauptet, dass Juden christliche Kinder entführen und töten, um das Blut der Kinder bei ihrem Pessach Fest für magische Riten einzusetzen. Späterhin wurde die Ritualmordlegende immer wieder neu belebt und verschiedene Minderheiten beschuldigt.

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Brunnenvergiftung – Eine Verschwörungstheorie aus dem 14. Jahrhundert

Das 14. Jahrhundert war von Pestepidemien gezeichnet. Das gab Anlass zu der Verschwörungstheorie, dass Juden die Brunnen der Christen vergiftet hätten, um die Erkrankung der Menschen auszulösen. Die Theorie wurde auch danach häufig verbreitet, in der Regel mit antisemitischen Absichten.

Die Hexenlehre aus dem 15. Jahrhundert

Die Verschwörungstheorie der Hexenlehre findet ihren Ursprung im 15. Jahrhundert und wurde von Theologen entwickelt. Es wird behauptet, dass Krankheiten oder Naturkatastrophen von Hexen durch böse Zauber hervorgerufen wurden. Die Theorie hielt sich hartnäckig und war Grund für eine Hexenverfolgung, die mehrere Jahrhunderte andauerte.

Die Verschwörung von Exeter aus dem 16. Jahrhundert

Nachdem der englische König Heinrich VIII die anglikanische Kirche gegründet hatte, kann die Verschwörungstheorie auf, dass konservative Adlige den Tod des Königs planten, um die Kirche wieder unter den Einfluss des Papstes zu stellen. Tatsächlich wurde die Theorie jedoch verbreitet, um solche Adlige unschädlich zu machen, die sich der neuen Kirche entgegenstellen könnten.

Die Papistenverschwörung aus dem 17. Jahrhundert

Um das Jahr 1678 wurde in England von dem korrupten protestantischen Kleriker Titus Oates eine Verschwörungstheorie in Umlauf gebracht, die behauptete, das englische Katholiken den Tod des Königs planten. Die Theorie folgte dem Zweck, katholische Glaubensanhänger in Misskredit zu bringen und gab Anlass zu zahlreichen Verhaftungen und Hinrichtungen.

Die Mozart Verschwörung aus dem 18. Jahrhundert

Wolfgang Amadeus Mozart verstarb 5. Dezember 1791 nach wochenlanger Krankheit in seinem Schlafzimmer in Beisein seiner Frau und seines Arztes. Die Forschung geht heute davon aus, dass der Tod durch eine Infektion mit Streptokokken ausgelöst wurde, die zu einem rheumatischen Fieber führte. Kurz nach dem Tod kam jedoch die Verschwörungstheorie auf, dass der Komponist vergiftet worden sei. Als Schuldige werden häufig dir Freimaurer bezeichnet.

Die Verschwörungstheorie um den Mann mit der eisernen Maske

Aufzeichnungen berichten von einem französischen Staatsgefangenen, der von 1669 bis zu seinem Tod 1703 in unterschiedlichen Gefängnissen inhaftiert war und sich nie ohne eine eiserne Maske sehenlassen durfte. Es gibt zahlreiche Theorien über seine Identität. Während einige Quellen vermuten, dass es sich um einen Zwillingsbruder Ludwigs XIV. handelte, gehen andere davon aus, dass der Gefangene ein Illegitimer Sohn der Königin oder sogar der leibliche Vater von Ludwig XIV war.

Verschwörungstheorie um die Dunkelgräfin aus dem 19. Jahrhundert

Zwischen den Jahren 1810 bis 1837 lebte auf Schloss Eishausen eine Frau, die sich kaum je in der Öffentlichkeit zeigte und deren Identität ungeklärt war. Von den Bewohnern der Umgebung wurde sie daher „Dunkelgräfin“ genannt. Gemäß der Verschwörungstheorie soll es sich um als Marie Thérèse Charlotte, Tochter von König Ludwig XVI und Marie Antoinette gehandelt haben. Ihre Identität konnte jedoch nie bewiesen werden.

Die These der Flat Earth Society

Die These der Flat Earth Society stützt sich auf eine Schrift von Samuel Rowbotham, die im Jahr 1849 veröffentlicht wurde und behauptet, die Erde sei eine flache Scheibe, die am Ran von einem eisernen Wall geschützt wird. In der Bibel soll es angeblich Belege für diese Theorie für diese Theorie geben. Die Society ist bis heute aktiv und verbreitet die These entgegen wissenschaftlicher beweise auch weiterhin.

Das Kaspar Hauser Gerücht

Kaspar Hauser erschien zum ersten Mal 1829 in Nürnberg. Er war etwa 16 Jahre alt, geistig zurückgeblieben und behauptete, sein Leben lang in einem dunklen Raum gefangen gehalten gewesen zu sein, womit er internationales Interesse auslöste. Es kam die Verschwörungstheorie auf, er sein in Wirklichkeit der Erbprinz von Baden und sei nach der Geburt gegen einen sterbenden Säugling ausgetauscht worden, um einer andren Linie die Thronfolge zu ermöglichen.

Verschwörungstheorie um das Weltjudentum

Diese antisemitische Verschwörungstheorie geht schon auf das Mittelalter zurück und kolportiert, dass die Juden eine Weltherrschaft anstreben. In Frankreich, Italien, Russland und Deutschland fasste diese Verschwörungstheorie schnell Fuß und bildete auch während des Nationalsozialismus in Deutschland eine der Grundlage, auf die sich der Antisemitismus stützte.

Die Verschwörungstheorie um die Bahai

Die Bahai sind eine Glaubensgruppe aus dem Iran und stellen dort die größte religiöse Minderheitsgruppe dar. Ihre Lehren stehen im Widerspruch mit dem Iran, was der Auslöser für eine Verschwörungstheorie ist. Angeblich sollten die Bahai den Iran im Allgemeinen oder auch den Staat Iran im Spezifischen vernichten wollen. Auf Grund der Theorie werden die Bahai bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts verfolgt.

Verschwörungstheorien um Jack the Ripper

Im Jahr 1888 kam es im Londoner East End zu Serienmorden an mindestens fünf Prostituierten, die einem Täter mit dem Pseudonym Jack the Ripper zugeschreiben werden. Die wahre Identität des Mörders konnte jedoch nie geklärt werden, so dass verschiedene Verschwörungstheorien zu dem Thema entwickelt wurden. Eine der Theorien besagt, dass Jack the Ripper ein geheimer Sohn von Königin Victoria war. Die Londoner Polizei hatte mehrere Tatverdächtige, von denen jedoch keiner überführt werden konnte.

Die Verschwörungstheorie von Taxil

Der Taxil Schwindel wurde von dem ehemaligen Freimaurer Leo Taxil um das Jahr 1885 ins Leben gerufen. Nach seinem Ausschluss aus den Freimaurern verbreitete er angebliche Enthüllungen über satanische Riten, die bei den Freimaurern üblich seien. Der Schwindel war als Rache gegenüber der Freimaurer und auch der römisch-katholischen Kirche als Gegenseite gedacht und trug Taxil auch finanzielle Vorteile ein. Die Theorie wurde auch besonders von Papst Leo XIII unterstützt. Im Jahr 1897 musste Taxil jedoch zugeben, dass seine Theorie über den Satanismus der Freimaurer frei erfunden war.

Know-Nothing-Party-Gerüchte

Die Know Nothing Party war eine politische Vereinigung in Amerika, die hauptsächlich in der Zeit vor dem Bürgerkrieg agierte und sich gegen die Einwanderung aus nicht-protestantischen Ländern aussprach, wobei hauptsächlich deutsche und irische Katholiken als neue Einwanderer abgelehnt wurden. Zu diesem Zweck stellten sie die Verschwörungstheorie auf, dass Katholische Einwanderer Emissäre des Papstes seien, die in Cincinnati einen neuen Vatikan etablieren sollten, um amerikanische Grundsätze und Freiheiten zu unterminieren.

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