Wie Merkel es hintenrum sabotiert, dass ein Deutscher EZB-Präsident wird

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von Wilhelm Schulz

Angela Merkel will offenbar verhindern, dass Bundesbankchef Jens Weidmann Nachfolger von Mario Draghi an der Spitze der EZB wird. Weidmann gilt als Kritiker der lockeren Geldpolitik des Italieners. Durch diese verlieren deutsche Sparer jedes Jahr Milliarden Euro an Kaufkraft.

Einst galt Weidmann als Zögling Merkels, doch mit seiner kritischen Haltung zur Euro-Rettungspolitik hat er es sich offenbar mit der Kanzlerin verscherzt. Die will nun ihren Einfluss geltend machen, dass der 50-Jährige den für Deutschland wichtigen Posten nicht erhält, meldet das Handelsblatt.

Sie fährt Weidmann damit in die Parade: Im Mai hatte der Bundesbank-Präsident erklärt, dass er bereitstehe und sich den Posten zutraue.

„Ich denke, jedes Mitglied im EZB-Rat sollte den Gestaltungswillen mitbringen, auch in einer anderen Rolle an der Geldpolitik mitzuwirken“, sagte er damals in einem Interview.

Besser für Merkel: Altmaier als EU-Kommissionspräsident

Angeblich will Merkel lieber den Posten des EU-Kommissionspräsidenten mit einem Deutschen besetzen als die Spitze der EZB. Als einer ihrer Favoriten dafür gilt Peter Altmaier, ihr enger Vertrauter und ehemaliger Chef des Kanzleramtes, der nach der Bundestagswahl Wirtschaftsminister wurde. Ihn könnte sie vermutlich nach Lust und Laune dirigieren.

Bislang wurden Weidmann beste Chancen für die Draghi-Nachfolge im nächsten Jahr eingeräumt. Doch ohne die Unterstützung der Kanzlerin sind diese dahin. Denn die Besetzung des Führungspostens der angeblich unabhängigen Zentralbank wird von den Staats- und Regierungschefs der EU ausgekungelt.

Merkel will lockere Geldpolitik fortsetzen

Jetzt ist plötzlich der französische Notenbankchef François Villeroy de Galhau neuer Top-Favorit. Frankreich gilt traditionell als Verfechter einer lockeren Geldpolitik. Nach Jean-Claude Trichet wäre Galhau bereits der zweite Franzose an der Spitze der EZB.

Für Merkel ist die bisherige Praxis südländischer Geldverteil-Menalität an der Zentralbank-Spitze äußerst bequem. Denn die wirtschaftlichen Probleme der Euro-Zone werden damit kurzzeitig zugedeckt. Außerdem konnte nur mit den niedrigen Zinsen die „schwarze Null“ im Bundeshaushalt erreicht werden. Und gleichzeitig vermochte sich Merkel als unschuldig an der Enteignung der deutschen Sparer zu präsentieren. Weidmann würde diese Strategie durchkreuzen.

Geht es um Merkels Flüchtlingspolitik?

Dabei ist die Lage so gut wie nie, endlich einen Deutschen an die Spitze der Europäischen Zentralbank zu setzen. Kein anderes europäisches Land bestreitet nach zwei Jahrzehnten den Anspruch der Bundesrepublik darauf, nun einen Vertreter der wichtigsten Wirtschaftsmacht mit dem Amt zu betrauen.

Doch Merkels Widerstand kommt den Verfechtern einer nach wie vor lockeren Geldpolitik vor allem in Südeuropa sehr entgegen. Die Kanzlerin verspricht sich von einem deutschen EU-Kommissionspräsidenten mehr Macht darüber, die anderen EU-Staaten auf den Kurs ihrer Einwanderungspolitik zu bekommen. (WS)

Quelle : http://brd-schwindel.ru/wie-merkel-es-hintenrum-sabotiert-dass-ein-deutscher-ezb-praesident-wird/

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