Pentagon soll Kosten analysieren Trump erwägt Militärabzug aus Deutschland No ratings yet.

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Der US-Präsident ist sauer auf Deutschland und andere Nato-Partner, die sich aus seiner Sicht nicht ausreichend an den Kosten für die Verteidigung des Bündnisses beteiligen. Jetzt bringt Trump die Idee eines Truppenabzugs ins Spiel. Profitieren könnte Polen.

Das US-Verteidigungsministerium analysiert einem Medienbericht zufolge derzeit die Kosten und die Folgen eines möglichen Truppenabzugs aus Deutschland. Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf US-Regierungsquellen schreibt, greift das Pentagon damit Äußerungen von Präsident Donald Trump gegenüber eigenen Mitarbeitern und militärischen Beratern auf. Trump sei erstaunt über den Umfang der in Deutschland stationierten US-Truppen gewesen und habe erneut beklagt, dass verbündete Staaten sich nicht ausreichend militärisch engagierten und genug Beiträge an die Nato zahlten.

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Wie die „Washington Post“ weiter schreibt, hat die Prüfung der US-Stationierung bei den Nato-Verbündeten große Sorge ausgelöst. Im Vorfeld des anstehenden Gipfels des Militärbündnisses Mitte Juli versuchten die Partner herauszufinden, ob Trump tatsächlich einen Rückzug oder eine Verlegung der Truppen erwägt, oder ob es sich um eine Drohgebärde handelt, mit der der US-Präsident seiner Forderung nach höheren Militärausgaben Deutschlands und anderer Nato-Mitglieder Nachdruck verleihen will.

Sprecher des Weißen Hauses und des Verteidigungsministeriums bestätigten der „Washington Post“, dass das Pentagon eine entsprechende Analyse erstelle. Anonyme Regierungsmitarbeiter äußerten im Gespräch mit der Zeitung die Vermutung, dass das Pentagon die Auswertung initiiert habe, um Trump von der Idee eines Abzugs abzubringen.

Der dpa sagte ein Pentagon-Sprecher, der Nationale Sicherheitsrat habe vom Verteidigungsministerium keine Kosten-Analyse erbeten. Das Pentagon überprüfe allerdings regelmäßig die Positionierung der Streitkräfte und stelle Kosten-Nutzen-Rechnungen an. Dies sei nicht neu. „Deutschland beherbergt die größte US-Truppenpräsenz in Europa – wir bleiben in den gemeinsamen Werten und den starken Beziehungen zwischen unseren Ländern tief verwurzelt“, sagte er. Die USA stünden weiterhin voll zu dem Nato-Verbündeten Deutschland und zum Verteidigungsbündnis.

Guter Draht zu Polen

Die Vereinigten Staaten haben derzeit etwa 35.000 Soldaten in Deutschland stationiert. Sie sind nicht nur Teil der Nato-Streitkräfte, die Europa vor allem gegen eine potenzielle russische Aggression schützen sollen. Deutschland dient den USA auch als Basis und Drehkreuz für militärische Aktivitäten im Nahen Osten und Afrika.

Neben Trumps allgemeiner Enttäuschung über Deutschlands Verteidigungsausgaben, die sich weit unter der Nato-Zielmarke von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung bewegen, nennt die „Washington Post“ auch das angespannte persönliche Verhältnis zwischen Trump und Merkel als Grund für die Abzugserwägungen des US-Präsidenten. Als mögliche neue Basis für die US-Truppen in Europa nennt die Zeitung Polen.

Sowohl eine Teil- als auch eine Komplettverlegung dorthin sei denkbar. Anders als Deutschland erreiche Polen das Nato-Ausgabenziel. Die rechtsnationale Regierung habe zudem einen erheblich besseren Draht zur Trump-Administration als die Bundesregierung und habe kürzlich angeboten zwei Milliarden US-Dollar zusätzlich auszugeben, um eine permanente US-Militärbasis im Land zu bekommen.

Quelle : https://www.n-tv.de/politik/Trump-erwaegt-Militaerabzug-aus-Deutschland-article20505851.html

 

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