KINDERPORNOGRAFIE-AFFÄRE Edathy zettelt Kampagne an

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Lange hat Sebastian Edathy geschweigen. Nun hat er einen alten Kumpel verraten und das BKA ins Zwielicht gesetzt – kurz vor dem Untersuchungsausschuss. Wird er am Donnerstag prominente Genossen ans Messer liefern?

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy ist nach eigener Darstellung von seinem Parteifreund Michael Hartmann vor möglichen Kinderpornografie-Ermittlungen gewarnt worden. Das enthüllte Edathy im Gespräch mit dem „Stern“, wie das Hamburger Magazin am Samstag mitteilte. Der Fall hatte im Frühjahr der schwarz-roten Koalition den Start verhagelt, CSU-Minister Hans-Peter Friedrich trat zurück. An diesem Donnerstag will der 45-Jährige nach Berlin zurückkehren und vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss erscheinen.. Dort stieg er zum Jungstar der Sozialdemokraten auf. Machte sich als Vorsitzender des Bundestags-Ausschusses zu den rechtsextremen Morden der NSU-Bande einen Namen.

Dem „Stern“ erzählte er, Hartmann habe ihm am Rande des SPD-Parteitags in Leipzig im November 2013 in einem persönlichen Gespräch über die Erkenntnisse des Bundeskriminalamtes (BKA) informiert. Der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Hartmann wiederum soll nach Angaben Edathys die Information angeblich vom damaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke erhalten haben.Hartmann ist ein alter Kumpel von Edathy. Warum liefert der ihn jetzt ans Messer?

Die wichtigsten Akteure im Fall Edathy

Heiner Bartling (67)Sebastian Edathy (44)Hans-Peter Friedrich (56)Klaus-Dieter Fritsche (60)Jörg Fröhlich (53)Sigmar Gabriel (54)Angela Merkel (59)Thomas Oppermann (59)Jörg Ziercke (66)

Dann tut sich jener Abgrund auf, in den auch die Karriere vom einstigen CSU-Innenminister Hans-Peter Friedrich gerissen wurde. Er erzählte der SPD-Spitze im Oktober 2013 (da wurde noch an der GroKo geschmiedet) von möglichen Ermittlungen gegen Edathy, der nach Überzeugung der Staatsanwälte Bilder oder Filme nackter Jungs über einen Bundestagsserver herunterlud, was dieser bestreitet. Seitdem bewegt eine Frage den Berliner Politikbetrieb: Wer wusste was wann von wem – und wer warnte Edathy, dass ihm das BKA mit Material aus Kanada auf der Spur ist? Monatelang müht sich der Edathy-Ausschuss ab, nur ein vager Hinweis aus einem Telefongespräch Edathys kam dabei heraus. Bis zu diesem Wochenende.

In der SPD-Fraktion wittern sie eine „Schmutzkampagne“, die Edathy anzetteln wolle. Auch die CDU reagierte zurückhaltend. Ihr Obmann im Bundestags-Untersuchungsausschuss, Armin Schuster, nannte Edathys Vorwürfe sehr ernst. Sie stünden aber im Widerspruch zu seinen bisherigen Erklärungen.

Weiterlesen :https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kinderpornografie-affaere-edathy-zettelt-kampagne-an/11117676.html?fbclid=IwAR3gCVEhT40XTfNssLAh_vFvxJAbYt7oAwGHt5Cd9VeZnXTsJwal-RuqOqU&ticket=ST-28210409-XAE0pjeEjO69uPSK5V01-ap4

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1 Kommentar

  1. Ein Bild eines nackten Jungens ist keine Pornographie, und wer es dazu macht, hat sie wohl in seinem Kopf, und nein, ich bin kein Anhänger der gegenwärtigen SPD oder ähnlicher Parteien.

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