Kindermörder Marc Dutroux fordert Freilassung: Zeugin berichtete von „reichen und mächtigen Männern”, die bei Sexfeten Kinder töteten

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Der Anwalt des belgischen Kindermörders Marc Dutroux hat an die Hinterbliebenen der Opfer geschrieben, um mit ihnen eine mögliche vorzeitige Freilassung seines Mandanten unter Auflagen zu erörtern. Der Fall Dutroux erschütterte Belgien in seinen Grundfesten und wurde bis heute nicht aufgeklärt.

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Vor 22 Jahren, am 13. August 1996, wurde der Kindermörder Marc Dutroux festgenommen. Der Fall Dutroux erschütterte Belgien in seinen Grundfesten, er hat Belgien traumatisiert und in aller Welt für Entsetzen gesorgt.

Marc Dutroux wurde zum meistgehassten Mann des Landes.

Haftentlassung gefordert

Nun hat der Anwalt des Schwerverbrechers an die Hinterbliebenen der Opfer geschrieben, um mit ihnen eine mögliche vorzeitige Freilassung seines Mandanten unter Auflagen zu erörtern.

Sein Brief sei ein „Schritt der Öffnung“ und ein Gesprächsangebot, sagte der Anwalt Bruno Dayez am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Damit wolle er vor einem Antrag auf vorzeitige Haftentlassung von Dutroux klären, ob die Hinterbliebenen in diesem Zusammenhang Forderungen stellten und um welche es sich handele, sagte Dayez. Nach seinen Angaben verfasste er das Schreiben in Abstimmung mit seinem Mandanten. Es solle in den kommenden Tagen an die Eltern der vier Mädchen geschickt werden, die Dutroux in den Jahren 1995 und 1996 vergewaltigt und ermordet hatte.

Auch Sabine Dardenne und Laetitia Delhez sollen angeschrieben werden. Sie waren ebenfalls als Kinder von Dutroux entführt, festgehalten und vergewaltigt worden, hatten aber überlebt. 2004 wurde Dutroux zu lebenslanger Haft verurteilt, eine vorzeitige Haftentlassung schloss das Gericht im südbelgischen Arlon damals aus.

Während seines Prozesses hatte Dutroux kein Wort des Bedauerns geäußert und keine Entschuldigung hervorgebracht. Dayez argumentiert nun, damals sei „die Frucht noch nicht reif“ gewesen. Mittlerweile seien aber 22 Jahre vergangen. Dutroux ist heute 61 Jahre alt, er sitzt seit 1996 im Gefängnis.

Im Februar hatte Dayez ein Buch mit dem Titel „Warum Dutroux freilassen“ veröffentlicht. Darin vertritt er die These, dass kein verurteilter Verbrecher länger als 25 Jahre in Haft bleiben sollte. Bis zum Jahr 2021 will der Verteidiger eine Freilassung seines Mandanten unter Auflagen erreichen.

Verhandlung im Fall Marc Dutroux 2004.Foto: STF/AFP/Getty Images

Der Fall wurde nie aufgeklärt

2016, 20 Jahre nach der Verhaftung des Kindermörders, erklärten der ehemalige belgische Justizminister Marc Verwilghen und der frühere Chefankläger Michel Bourlet, dass der Fall nie vollständig aufklärt wurde. „Ich wurde immer wieder gestoppt“, sagte Verwilghen, der zwei Untersuchungsausschüsse zu dem Komplex geleitet hatte, damals der „Welt“.closevolume_off

Er habe immer wieder neue Ermittlungen gefordert, damit herausgefunden werden könne, ob es Verbindungen von Dutroux zu einem international agierenden Kinderschänder-Netzwerk gegeben habe.

„Weil der Fall aber eben nicht ausermittelt wurde, ist diese Frage bis heute unbeantwortet“, sagte Verwilghen 2016 gegenüber der Zeitung. Er denke jeden Tag an das, was Dutroux den Kindern und seinem Land angetan habe.

Nachdem Dutroux im August 1996 gefasst worden war, wurden Dardenne und Delhez aus dem Kellerverlies seines Hauses befreit. Wenig später führte Dutroux die Ermittler zu den Leichen von vier weiteren Mädchen im Alter von acht bis 19 Jahren. Sie waren vergewaltigt und misshandelt worden.

Der Fall erschütterte das Vertrauen der Belgier in ihren Staat, weil die Polizei Hinweise vor der Verhaftung von Dutroux ignoriert hatte und Spuren zu einem Netzwerk nicht nachgegangen wurden. Bourlet sagte der „Welt“:

Ich verstehe nicht, warum die Ermittlungen, die ich gefordert habe, nicht geführt wurden.“

So könne auch er nicht mit Sicherheit sagen, was hinter dem Fall stecke. „Das ist das Problem. Aufgabe der Justiz ist es, nach der Wahrheit zu suchen. Um Beweise zu finden, muss hart gearbeitet werden. Doch wenn erst gar nicht ermittelt wird, gibt es kein Wissen.“

Weiterlesen https://www.epochtimes.de

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