KAUM ZU GLAUBEN: ROLLI-FAHRER DROHEN DREI MONATE FAHRVERBOT

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Jens List (35) ist nach seiner Suff-Fahrt zerknirscht, hofft jetzt auf Milde der Behörden.

Chemnitz – Kaum zu glauben: Rolli-Fahrer Jens List (35) droht nach einer Alkoholfahrt ein Fahrverbot für seinen elektrischen Krankenrollstuhl!

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Dabei kann er keinen Schritt laufen. Jetzt bittet der Schwerbehinderte, ihm sein Fahrzeug nicht wegzunehmen: „Ohne den E-Rolli bin ich zu Hause eingesperrt.“

Die Polizei erwischte Jens List zwei Mal betrunken im E-Rollstuhl. Vor rund zwei Wochen am Hallenbad Gablenz und vorige Woche in der Scharnhorststraße.

„Ich hatte nur schnell etwas eingekauft und wollte nach Hause“, sagt Jens List. Sein Pech: Er rollte auf dem Fußweg gegen die Einbahnstraße und fiel einer Polizeistreife auf. Der Behinderte musste mit zum Alkoholtest. Ergebnis: 2,34 Promille.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet, droht mit Fahrverbot. Das kann übel ausgehen: Das Amtsgericht Löbau verhängte 2007 in einem ähnlichen Fall ein dreimonatiges Fahrverbot im Krankenrollstuhl. Der Angeklagte besaß aber noch einen Handrollstuhl zur alternativen Nutzung.

Dieser Umstieg ist bei Jens List nicht möglich. Der Mann leidet an einem vererbten Muskelschwund. Die Krankheit tauchte 1999 auf, wird immer schlimmer. „Jetzt kann ich mit dem Hand-Rolli keine Strecken mehr fahren und keinen Bordstein überwinden“, klagt er und zeigt seine dürren Ärmchen.

„Bevor sie mir den E-Rollstuhl wegnehmen, sollen sie mich lieber in den Knast stecken – da habe ich wenigstens Hilfe.“

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