Katholische Kirche erklärt Todesstrafe weltweit für „unzulässig“

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Papst Franziskus hat den Glaubenskodex der Kirche so geändert, dass darin nun so klar wie nie zuvor die Todesstrafe abgelehnt wird. Damit geht er auf Abstand zu den Evangelikalen – die gerade in den USA die Todesstrafe verteidigen.

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Papst Franziskus hat den Katechismus, den verbindlichen Glaubenskodex für die rund 1,3 Milliarden Katholiken weltweit, so geändert, dass darin nun so klar wie nie zuvor die Todesstrafe abgelehnt wird. Ab sofort ist die Todesstrafe nach kirchlicher Lehre „unzulässig“, weil sie „gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“. Die Kirche setze sich „mit Entschiedenheit für deren Abschaffung in der ganzen Welt ein“, heißt es im überarbeiteten Katechismusartikel Nummer 2267.

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Franziskus geht damit auf Distanz zu den evangelikalen Kirchen. Gerade in Amerika gehören konservative evangelikale Prediger zu den entschiedensten Verteidigern der Todesstrafe. Ihre Schlüsselbibelstelle ist das 13. Kapitel des Römerbriefs: „Wenn du aber das Böse tust, fürchte dich! Denn nicht ohne Grund trägt sie (die Staatsgewalt) das Schwert“ (Röm 13,4). Es ist unter anderem eine der Lieblingspassagen des Pastors Ralph Drollinger, der im Weißen Haus jede Woche einen Bibelkurs für Donald Trumps Kabinett gibt und ebenfalls die Todesstrafe befürwortet.

Die Bibelstelle wurde früher auch im Vatikan gern zitiert: Jahrhundertelang tolerierte die Kirche Hinrichtungen als legitime staatliche Machtausübung – wenn kirchliche Inquisitoren nicht zur Sicherheit gleich selbst Hand anlegten. In letzter Zeit, vor allem seit dem Zweiten Vatikanum, besann man sich jedoch immer stärker auf eine andere Masterstelle, das Fünfte Gebot: Du sollst nicht töten (Dtn 5,17).

So spürte man schon in den jüngsten Versionen des Katechismus eine tiefe Skepsis gegenüber der Todesstrafe. Der Wortlaut von 2003 etwa ließ sie nur noch dann gelten, „wenn dies der einzig gangbare Weg wäre, um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen“. Allein: So ganz ausschließen mochte die Kurie die Möglichkeit eben doch nicht, selbst wenn schon Franziskus‘ Vorgänger öffentlich längst für ihre Abschaffung warben.

Die neue Regelung ist nun konsequent. Für Delinquenten, die sich im Vatikanstaat selbst danebenbenommen haben, ändert sich allerdings nichts, die konnten auch vorher schon nicht hingerichtet werden: Der Vatikan hat seine eigene Todesstrafe bereits abgeschafft. Im Jahr 1969 nach Christus.

Die neue Regelung ist nun konsequent. Für Delinquenten, die sich im Vatikanstaat selbst danebenbenommen haben, ändert sich allerdings nichts, die konnten auch vorher schon nicht hingerichtet werden: Der Vatikan hat seine eigene Todesstrafe bereits abgeschafft. Im Jahr 1969 nach Christus.

Quelle : https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/katholische-kirche-erkl%C3%A4rt-todesstrafe-weltweit-f%C3%BCr-unzul%C3%A4ssig/ar-BBLphqh?ocid=spartanntp

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