Immobilien und Schweizer Konten: Die unkontrollierten Geschäfte des Vatikans

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Wie steht es um die Tätigkeit der Apostolischen Güterverwaltung APSA? Von „schlechten Geschäften“ spricht der Vatikanist Sandro Magister und verweist auf eine Reportage des Vatikanisten Edward Pentin. Letzterer recherchierte, warum dem so ist. Dazu Magister:

„Nach einem Vorkonklave 2013, das fast zur Gänze für sinnloses Gerede über die Reform der Römischen Kurie verwendet wurde, und nach sechs Jahren einer ungeordneten Geschäftigkeit zum selben Zweck, scheint heute eine Neuorganisation der Kurie ihrem Ziel nahe, die praktisch niemanden zufriedenstellt, folgt man der Kritik, die bereits von rechts und links zu den bisher bekannten Teilen der künftigen, neuen Statuten geäußert wurde.“

Zu den „Sorgenkindern“ gehören weiterhin die Verwaltungs- und Finanzstellen.

„Deren Reinigung ist weit von einer Vollendung entfernt, besonders jene der tragenden Achse, auf der die Kurie in diesem Bereich ruht, der Apostolischen Güterverwaltung, abgekürzt APSA.“

Am 22. Juli titelte Pentin im National Catholic Register:

„Fragen, die zu den Finanzen des Vatikans bleiben“.

Konkret geht es dabei vor allem um einige Konten und Immobilien. Viele der als „problematisch“ identifizierten Bereiche seien, so Pentin, nach wie vor nicht behoben worden.

Unbekannte APSA

Zunächst ein Rückblick zum besseren Verständnis.

Papst Franziskus ordnete den gesamten Verwaltungs- und Finanzbereich neu, indem er diesen ganzen Komplex in einem neuen Dikasterium, dem Wirtschaftssekretariat, zusammenführte. Zum Präfekten dieser neuen Kurienbehörde ernannte er den damaligen Erzbischof von Sydney, den konservativen Kardinal George Pell.

Das überraschte, hing aber mit dem angestrebten Umbau des australischen Episkopats und der Tatsache zusammen, daß Pell zu diesem Zeitpunkt der einzige Kardinal Ozeaniens war. Damit war automatisch Mitglied in dem ebenfalls von Franziskus neugeschaffenen C9-Kardinalsrat zur Beratung des Papstes bei der Kurienreform und der Leitung der Weltkirche.

Soweit die Absicht im Finanz- und Verwaltungsbereich. Die Wirklichkeit sah schnell anders aus.

Während die Konzentration aller Vatikanmedien im ebenfalls neuerrichteten Kommunikationssekretariat (heute Kommunikationsdikasterium) gegen Widerstände planmäßig durchgesetzt wurde, war dies im Verwaltungs- und Finanzbereich nicht der Fall.

Kardinal Pell, der von Sydney nach Rom wechselte, stieß schnell auf Widerstände und machte sich Teile der Kurie zum Gegner, denen er vorgesetzt worden war. Vor allem die APSA leistete erbitterten Widerstand. Gegen den neuen Wirtschaftspräfekten wurde bereits intrigiert, bevor er alle seine Koffer ausgepackt hatte. Als der unvoreingenommene Kardinal Pell das Spiel zu durchschauen begann, war er bereits isoliert.

Die APSA wurde damals noch von Kardinal Domenico Calcagno geleitet, der mit seiner Behörde nicht im Traum daran dachte, die Eigenständigkeit zu verlieren. Calcagno gehörte zum Kreis der kurialen Purpurträger um Sodano und Kasper, die den argentinischen Primas im Konklave auf den Schild hoben. Damit hatte er nach dem 13. März 2013 Zugang zu Santa Marta (Vatikan: Homosexualität & Pädophilie in der Kirche und der Papst ändert das Vaterunser – eine Schlangengrube (Videos)).

Das Lobbying der APSA-Gruppe war erfolgreich. Franziskus rückte immer mehr von seinen eigenen, ursprünglichen Plänen ab und ließ Kardinal Pell im Regen stehen. Der nahm seine Aufgabe jedoch ernst und wollte sich nicht im Sessel bequem zurücklehnen.

Pells römischen Gegnern kam es daher wie gerufen, daß der Kardinal in Australien wegen eines angeblichen sexuellen Übergriffs in den 70er Jahren mit viel Medienwirbel vor Gericht gestellt wurde. Seither hält sich hartnäckig das Gerücht, die Anschuldigungen seien nicht von Australien, sondern vielmehr von Rom ausgegangen. Pell, der sich im Vatikan isoliert und im Stich gelassen fühlte, warf enttäuscht das Handtuch und ging nach Australien zurück, um sich dort vor Gericht zu verantworten. Seine Bereitschaft, nach dem erstinstanzlichen Urteil ins Gefängnis zu gehen, anstatt Hausarrest zu beantragen, wird von Beobachtern auch mit dieser doppelten Enttäuschung in Zusammenhang gebracht, in beiden Fällen, vor Gericht und in seiner Aufgabe in Rom von höchster Stelle fallengelassen worden zu sein.

Kardinal Pell sollte nicht das einzige Opfer der Intriganten bleiben. Auf andere, unsanftere, aber doch glimpflichere Weise wurde Libero Milone aus dem Kirchenstaat entfernt, den Franziskus zum ersten Generalrevisor des Vatikans ernannt hatte (Vatikan: Priester wollen Papst zum Ketzer erklären).

Calcagnos Dankbarkeit

Nutznießer dieser beiden „Entfernungen“ war die APSA. Kardinal Calcagno bedankte sich auch bei Franziskus, seine Behörde nicht weiter mit Kontrolleuren und Umstrukturierungen zu belästigen, indem er den argentinischen Bischof Gustavo Oscar Zanchetta in hoher Position bei der APSA unterbrachte. So hatte es Franziskus gewünscht.

Zanchetta war ein Protegé des regierenden Papstes, hatte aber im Sommer 2017 Argentinien fluchtartig verlassen und ein verstörtes und ratloses Bistum hinterlassen. Der Grund wurde von argentinischen Medien in den zerrütteten Diözesanfinanzen vermutet. Bereits vor seiner Ernennung zum Diözesanbischof durch Franziskus hatte Zanchetta als Generalvikar die Finanzen seiner Heimatdiözese zerrüttet. Für ein halbes Jahr tauchte Zanchetta unter, um Anfang 2018 im Vatikan plötzlich wiederaufzutauchen, wo ihn Franziskus auf einen hohen Posten setzte – in der Apostolischen Güterverwaltung.

Unter unabhängigen Beobachtern herrschte großes Kopfschütteln. Wie konnte der Papst, Protegé hin oder her, jemand ausgerechnet in die Güterverwaltung setzen, der gleich in zwei Bistümern ein Chaos in Finanzen und Verwaltung hinterlassen hatte?

Zum Jahreswechsel 2018/2019 kam schließlich der wahre Grund ans Licht, der Zanchetta fluchtartig seine Heimat verlassen hatte lassen. Der Bischof hat ungezügelte, homosexuelle Begierden. In seinem Bistum hatte er sich sexuell an seinen eigenen Seminaristen verfehlt, worüber Rom unter anderem durch die Generalvikare und den Regens des Priesterseminars seit 2015 unterrichtet war – aber untätig blieb. Franziskus hielt seine schützende Hand über Zanchetta.

Kardinal Calcagno brachte ihn auf Wunsch des Papstes in seiner Behörde unter. Schaden kann der Argentinier dort nicht wirklich anrichten, denn sein Amt wurde eigens für ihn geschaffen und existiert nur auf dem Papier. Seit Jahresbeginn, als auch die Medien berichteten, was der Vatikan schon seit mehr als drei Jahren wußte, wurde seine ohnehin nicht ausgeübte Tätigkeit ruhend gestellt.

2018: Wechsel an der APSA-Spitze

So erstaunte es, daß Franziskus den getreuen Calcagno 2018, kurz nach Erreichen der Altersgrenze, emeritierte. Der Kardinal mußte die Gunst des Papstes verloren haben, was ohne Zweifel mit seiner Art der Finanzgebarung zu tun haben dürfte. Wahrscheinlicher ist, daß die tickende Bombe APSA rechtzeitig und stillschweigend entschärft werden soll, ehe sie dem Pontifikat gefährlich werden könnte.

Zum Nachfolger an der Spitze der APSA ernannte Franziskus einen engen Vertrauten, den damaligen Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Msgr. Nunzio Galantino. Galantino war durch bedingungslose Unterstützung des „neuen Kurses“ und durch geringe Bibelfestigkeit aufgefallen. Auf politischer Ebene handelte er im Hinterzimmer, mit Rückendeckung von Santa Marta, mit der damaligen italienischen Linksregierung einen „Kompromiß“ zur Legalisierung der „Homo-Ehe“ aus und ließ die zwei Millionen Italiener im Regen stehen, die sich Anfang 2016 in Rom zu einer Megakundgebung versammelt hatten, um für Ehe, Familie und Lebensrecht und gegen Homo-Ehe, Gender-Ideologie und Abtreibung zu demonstrieren.

Auch auf religiöser Ebene brachte er die Homo-Agenda voran, indem er beim Weltjugendtag in Krakau (2016) wahrheitswidrig schwadronierte, daß Sodom und Gomorra von Gott nicht zerstört worden seien.

Calcagno war Kardinal und damit im Konklave auf Augenhöhe mit Kardinal Bergoglio. Das verpflichtete und verlangte dem neuen Papst Rücksichten ab. Galantino verdankt seinen Höhenflug allein Franziskus. Das Vertrauensverhältnis ist ein anderes.

Unter Galantino als APSA-Chef wurde es ruhiger um die Behörde, weil er wenige extrovertiert ist als der Waffenliebhaber Calcagno. Daß sich die APSA durchgesetzt hatte, wurde auch daran klar, daß an der Spitze des zahnlosen Wirtschaftssekretariats heute die ehemalige Nummer zwei der APSA, Msgr. Luigi Mistò, steht. Geblieben sind aber die „Probleme“, von denen die Vatikanisten Pentin und Magister berichten, denn die APSA kontrolliert sich in der neuen Konstellation Mistò/Galantino faktisch selbst.

Pells Entdeckung

Damit zurück zu Pentins Reportage im National Catholic Register. Jahre nach den Fragen, die Kardinal Pell im Zusammenhang mit der APSA aufgeworfen hatte, scheint sich nichts in deren Gebaren geändert zu haben. Die APSA verwaltet weiterhin den Immobilienbesitz und die Finanzen des Vatikans nach eigenem Dafürhalten. Der australische Kardinal hatte den Verdacht auf Geldwäsche und Betrug geäußert und auf Bankkonten der APSA im Ausland verwiesen. Vor allem ließ er verdächtige Immobilien- und Geldtransaktionen überprüfen, besser gesagt, wollte diese überprüfen lassen, wozu es nicht mehr kam.

„Fest entschlossen“, so Pentin, Mißwirtschaft und dubiose Geschäftspraktiken abzustellen, kontaktierte Kardinal Pell 2016 australische Banker in London, mit denen er persönlich bekannt war. Über sie wollte er auf informelle Weise Näheres erfahren, ohne schlafende Löwen zu wecken. Die kontaktierten Banker schätzten, daß ein Vermögen von bis zu 100 Millionen Euro auf Konten zweier Privatbanken in Lugano im Schweizer Kanton Tessin liegen dürften.

Kardinal Pell beauftragte darauf eine Schweizer Rechtsanwaltskanzlei, zumindest von einem der Konten die Kontoauszüge der vergangenen zehn Jahre zu erhalten und sie vom Generalrevisor des Vatikans, Libero Milone, begutachten zu lassen.

Um diese Operation möglich zu machen, mußte Pell die Erlaubnis von Papst Franziskus einholen. Der habe sie mit seiner Unterschrift gerne erteilt, so Pentin. Doch die Bankauszüge gelangten nie auf den Schreibtisch des Kardinals und auch nicht auf jenen des Generalrevisors. Stattdessen wurden Pell und Milone 2017 aus dem Vatikan entfernt.

Pentin beruft sich auf ungenannte Quellen, daß Pells Vorstoß wahrscheinlich sabotiert wurde, nachdem einige Wind von den Untersuchungen bekommen hatten.

„Die Funktionäre der APSA brachten wiederholt die Ausrede vor, daß es Schwierigkeiten bei der Beschaffung der genannten Informationen gebe.“

In Wirklichkeit „haben sie diese Konten geschützt“, zitiert Pentin eine seiner „gutinformierten Quellen“.

Der Großteil des Geldes liege auf Nummernkonten. Diese hatte die Promontory Financial Group, eines der zahlreichen unter Franziskus in den Vatikan gerufenen internationalen Beratungsunternehmen im Finanzdienstleistungssektor, um bei der „Reinigung“ der Vatikanfinanzen zu helfen, als Risiko für Geldwäsche und Betrug genannt und eine Überprüfung empfohlen.

Es wird zwar davon ausgegangen, daß die meisten Konten seither bereinigt wurden. Promontory nannte allerdings mindestens sechs Konten, die als „potentiell problematisch“ bezeichnet wurden, zu denen auch heute keine Klarheit herrscht. Da die APSA inzwischen das Wirtschaftssekretariat übernommen hat, gehen Beobachter laut Pentin davon aus, daß die „verdächtigen Konten“ auch weiterhin keiner Überprüfung unterzogen werden. Es ist daher weder bekannt, wieviel Geld auf diesen Konten liegt und wem es gehört.

Verdächtig macht sie schon die Tatsache, daß sie „irreguläre, internationale Banknummer“ haben, was es bereits erschwert, sie überhaupt ausfindig zu machen (Vatikan: Papst Franziskus – „Ich bin der Teufel“ und weitere irritierende Aussagen (Videos)).

„Bis zu sieben Milliarden“

Laut einigen Schätzungen, so Pentin, könnten auf den Konten der Filialen zweier Schweizer Privatbanken in Lugano „bis zu sieben Milliarden Euro“ liegen. Beide Banken verweigern jede Auskunft, weshalb sie weder die Existenz der Konten bestätigen noch dementieren. Eine Sprecherin der größeren der beiden Privatbanken, die ihren Sitz in der Deutschschweiz hat, bekräftigte am 11. Juli gegenüber dem National Catholic Register, daß es strikte Unternehmenspolitik sei, alles was Kundenverhältnisse betrifft, kategorisch nicht zu kommentieren.

Die zweite Privatbank, ursprünglich mit Sitz in der Italienischen Schweiz wurde inzwischen von der Schweizer Finanzaufsichtsbehörde geschlossen. Sie war zwei Jahre zuvor von einer brasilianischen Bankengruppe übernommen worden und gehört heute zu einer anderen Schweizer Privatbank mit Sitz in der Deutschschweiz.

Pentin zitiert eine seiner Quellen mit den Worten:

„Mit der Zeit wurde klar, daß es innerhalb er APSA ein Zentrum der Korruption gab, und damit in Zusammenhang standen die beiden Banken in Lugano. Hoch irreguläre Transaktionen fanden über diese Banken statt.“

Weder Claudia Ciocca, die im Wirtschaftssekretariat heute für die Ermittlungen zu verdächtigen Konten zuständig ist, noch Kurienerzbischof Nunzio Galantino, der Präfekt dieses Dikasteriums, waren gegenüber dem National Catholic Register zu Stellungnahmen bereit.

Tommaso Di Ruzza, Direktor der Finanzaufsichtsbehörde des Vatikans, die bis 2016 auch über die APSA wachte, sagt hingegen, es sei „nicht korrekt“ , diese Konten als „illegal“ zu bezeichnen. Mehr könne er dazu aber nicht sagen. Auf die Frage, ob seine Behörde seinerzeit auch diese Konten überprüfte, antwortete er nicht.

London Kensington

Eine weitere Herausforderung, der sich Kardinal Pell stellte, war der Versuch, Transparenz in den APSA-Immobilienbesitz im Ausland zu bringen. Pentin verweist auf ihm vorliegende Informationen, daß „nur wenige APSA-Mitarbeiter“ die wirkliche Dimension des ausländischen Immobilien-Portfolios des Vatikans kennen. Der Großteil davon werde „off the book“ geführt und „vertraulich“ verwaltet.

Den Grundstock des APSA-Immobilienbesitzes bildeten Mittel, die dem Vatikan im Zuge der Lateranverträge von 1929 von der italienischen Regierung zu leisten waren. Sie stellen eine zumindest teilweise Entschädigung für die Massenenteignung von Kirchenbesitz dar, die vom italienischen Staat nach der italienischen Einigung von 1870 durchgeführt wurde. Damals wurde der neue Nationalstaat von den kirchenfeindlichen Freimaurern beherrscht, die Rache nahmen und den Einfluß der Kirche beseitigen wollten.

2016 wurde der von der APSA verwaltete Immobilienbesitz auf mindestens 800 Millionen geschätzt, was im Vergleich zu zahlreichen privaten Immobiliengesellschaften nicht sonderlich aufregend ist. Dazu gehören allerdings einige sehr prestigeträchtige Objekte, darunter solche im Stadtteil Mayfair zwischen Hyde Park, Soho und Buckingham Palace in London, aber auch in Paris und der Schweiz.

Der Immobilienbesitz in Großbritannien wird über die British Grolux Investments Ltd. verwaltet, die den vatikanischen Besitz allerdings in ihren Registern nicht aufscheinen läßt, obwohl im Verwaltungsrat gleich mehrere Mitglieder sitzen, die direkt mit der APSA in Verbindung stehen.

2015 gab die APSA 100 Millionen für den Kauf einer prestigeträchtigen Londoner Immobilie aus, die 108 Wohnungen und 5.300 Quadratmeter Geschäftsfläche umfaßt. Kardinal Pell hatte die Zustimmung zum Kauf verweigert, weil er „unüberwindliche“ Probleme sah.

Der Kauf der Londoner Immobilie in der High Street Kensington 176–206 wurde selbst von APSA-Funktionären als „Fehler“ bezeichnet, weil er auf dem Höhepunkt einer „Spekulationsblase“ auf dem Londoner Immobilienmarkt erfolgte, wie Experten sagen. Zudem war das englische Pfund noch sehr stark, bevor es nach dem Brexit-Referendum nachgab. Die Frage steht im Raum, warum dieser Kauf dennoch erfolgte.

Pentin zitiert noch andere Kritik, die grundsätzlicher Art ist:

„Es ist zu betonen, daß die APSA die von ihr verwalteten Immobilien nicht für sich zu verwalten hat, sondern im Sinne der Kirche. Sie verhalten sich aber so, als wäre das ihr Eigentum, und wenn jemand in ihre Karten schauen will, um zu sehen, wie sie verwalten, wird diese Person als Eindringling gesehen, selbst wenn er vom Staatssekretariat oder dem Wirtschaftssekretariat kommt.“

Die APSA ist auch 2019 die einzige Institution des Vatikans, die keiner wirklichen Kontrolle unterliegt. Der Blick der Öffentlichkeit richtet sich seit dem reißerischen, aber weitgehend wertlosen Skandalbuch von David Yallop „Im Namen Gottes?“ (1984) auf die Vatikanbank IOR. Der wirkliche Besitz des Vatikans aber wird von der APSA verwaltet, die nur wenig Beachtung findet (Callboy im Vatikan packt aus: Er hatte Dutzende Priester als Kunden – Netzwerk von schwulen und pädophilen Priestern (Video)).

Ohne Kontrolle

2017 sollte eine Premiere stattfinden. Das externe Beratungsunternehmen Pric e Waterhouse Coopers sollte erstmals eine unabhängige Überprüfung stattfinden. Obwohl sie vom Wirtschaftssekretariat unter Kardinal Pell in Auftrag und mit dem Wirtschaftsrat des Vatikans, einem Gremium von Kardinälen, abgesprochen war, wurde sie vom Staatssekretariat plötzlich abgesagt.

Das Wirtschaftssekretariat von Kardinal Pell hatte zu diesem Zeitpunkt bereits „enorme Summen an Geld“ entdeckt, die in keiner Bilanz verzeichnet waren. Ein Gesamtwert von rund 1,1 Milliarden Euro.

Kardinal Angelo Becciu, damals Substitut des Kardinalstaatssekretärs und heute Präfekt der römischen Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren, erklärte gegenüber dem National Catholic Register, „keine Kenntnis“ von den APSA-Konten und APSA-Immobilien zu haben. Die Güterverwaltung habe ihre „Autonomie“, und nicht alle ihre Operationen seien dem Staatssekretariat bekannt. Kardinal Becciu betonte auch, daß das Staatssekretariat zu keinem Zeitpunkt sich einer Überprüfung durch Price Waterhouse Coopers widersetzt habe. Man habe nur „zeitliche und thematische“ Grenzen festlegen wollen. Becciu wörtlich:

„Die sind gekommen und sagten, daß sie alles sehen müßten. Es war klar, daß das nicht akzeptiert werden konnte, allein schon wegen der hohen Kosten, die durch eine so umfangreiche Operation entstanden wären, die vom Wirtschaftssekretariat vereinbart worden war, ohne jemand zu konsultieren.“

Da die Vereinbarung mit Price Waterhouse Coopers „einvernehmlich“ gewesen sei, und auch dort erkannt wurde, daß die Sache „schlecht geplant“ war, sei es „für alle besser“ gewesen, die Sache zu stoppen.

In Wirklichkeit, so Pentin, wurde, wie zuverlässige Quellen versichern, Price Waterhouse Coopers ein Alternativauftrag erteilt, um den Verlust auszugleichen.

„Personal austauschen“

Pentins Quellen versichern, daß das erwähnte „schlechte Geschäftsgebaren“ nur einen Teil der zweifelhaften APSA-Aktivitäten ausmachen, daß der neue APSA-Präfekt, Nunzio Galantino, und sein Stellvertreter, der Vatikandiplomat Erzbischof Edgar Peña Parra, aber „Fortschritte“ machen würden, die Problemfelder aufzuarbeiten.

Pentin merkt dazu skeptisch an:

„Was viele Beobachter, Inspektoren und Berater lieber sehen würden, wäre ein radikaler Austausch des Personals.“

Der Vatikanist zitiert dazu seine zweite Quelle:

„Es wäre so einfach, die Korruption zu beseitigen: die Personen auswechseln und die Regeln befolgen.“

Alle Bemühungen seien erfolglos oder in ihrem Aufwand, Kontrolle und Transparenz zu erreichen, im Verhältnis unangemessen, solange dieselben Personen, die für die „problematische Gebarung“ verantwortlich sind, auf ihren Posten bleiben. Die „alte Garde“ müsse weg, sonst werde sich nichts wirklich ändern.

Pentin und der National Catholic Register richteten Fragen zu den Schweizer Konten und dem Immobilien-Portfolio der APSA nicht nur erfolgslos an APSA-Chef Galantino und an Claudia Ciocca vom Wirtschaftssekretariat. Auch der stellvertretende APSA-Chef Peña Parra und das vatikanische Presseamt reagierten nicht auf die Fragen.

Warum duldet Papst Franziskus zweifelhafte APSA-Aktivitäten noch immer? (Vatikan: Enthüllung von Menschenopfern könnte bevorstehen – Papst Franziskus der Vergewaltigung bezichtigt (Videos)).

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Quelle :https://www.pravda-tv.com/

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