Gipfel in Brüssel: Viel deutet darauf hin, dass Trump Sprengung der Nato vorbereitet

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Der Nato-Gipfel am 11. und 12. Juli in Brüssel birgt Sprengstoff. Die Bundesregierung hat sich zwar gerade verpflichtet, die Verteidigungsausgaben bis 2024 von derzeit 1,24 auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen. Doch die Zeichen mehren sich, dass US-Präsident Donald Trump sich nicht mehr länger hinhalten lassen wird.

Der Drohbrief, den Trump Deutschland und sieben weiteren europäische Nato-Staaten schon im Juni zugestellt hat, ist nur ein Indiz, dass den USA jetzt die Geduld mit den Europäern ausgeht. Und dabei handelt es sich keinesfalls um eine der außenpolitischen Marotten Trumps, für die er bekannt ist. Denn beim Nato-Gipfel in Wales 2014 hatten sich die EU-Länder der Nato bereiterklärt, ihre Verteidigungsausgaben bis 2014 auf zwei Prozent zu erhöhen. Und genau das klagt Trump in dem Schreiben ein. Denn nur Estland, Griechenlandund Großbritannien erfüllen diese Auflage bereits.

USA könnten 35.000 Soldaten aus Deutschland abziehen

Ausgehandelt wurde die Zwei-Prozent-Verpflichtung, die Deutschland als wirtschaftlich stärkstes Nato-Mitglied der EU bei weitem verfehlen wird, unter Trumps Vorgänger Barack Obama. Auch er hatte jahrelang die Europäeraufgefordert, die Haushaltsausgaben für das Militär deutlich anzuheben. Der Grund: Knapp 72 Prozent der Verteidigungsausgaben der Nato entfallen auf die USA. Und mit einem Kontingent von 35.000 Soldaten unterhalten sie in Deutschland den größten Truppenteil außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Ins Bild dazu passt der Bericht der „Washington Post“, in dem am Freitag kolportiert wurde, dass es Planspiele gebe, einen Großteil der in Deutschland stationierten Truppen abzuziehen.

US-Experte Jäger: „EU wäre nicht mehr in der Lage, sich zu verteidigen“

Zwar wurde der Bericht umgehend vom Pentagon dementiert. Doch daraus zu schließen, Trump würde im Zweifel nicht Ernst mit einem Rückzug der USA aus der Nato machen, den er lauthals schon während seines Wahlkampfes androhte, könnte sich als fataler Fehler erweisen. „Wenn Trump die Truppen aus Deutschland abzieht, dann käme dies einem Ende der Nato gleich“, warnt US-Experte Thomas Jäger. Zwar könne das Militärbündnis noch weiter auf dem Papier existieren. „Aber ohne das US-Truppenkontingent, bei dem ganz im Gegensatz zur deutschen Bundeswehralles funktioniert, wäre die EU Knall auf Fall nicht mehr dazu in der Lage, sich im Ernstfall verteidigen zu können“, sagte Jäger FOCUS Online. Daran würden selbst französischeund britische Atomwaffen nichts ändern, denn sie seien für potenzielle Angreifer „kein ernstzunehmendes Bedrohungspotenzial“.

Druck auf die Bundesregierung wird sich „enorm erhöhen“

Jäger ist sich sicher: „Der Druck auf die Bundesregierung beim Nato-Gipfel in Berlinwird sich enorm erhöhen“. Und es reicht ein Blick in die vergangenen Monate, um sich zu vergegenwärtigen, wie groß die Gefahr inzwischen ist, dass mit der Hinhaltetaktik der Europäer nun endgültig Schluss sein könnte. Zuerst kündigte Trump das transpazifische Freihandelsabkommen TPP. Dann das Pariser Klimaabkommen. Dann das Atomabkommen mit dem Iran. Und schließlich ignorierte er nach dem G7-Gipfel einfach das Abkommen, das er vorher mit den anderen Staaten selbst unterzeichnet hatte. Jäger: „Es würde mich nicht überraschen, wenn es auch beim Nato-Gipfel eine große Überraschung geben wird.“

Quelle : https://www.focus.de/politik/ausland/am-11-und-12-juli-in-der-bundeshauptstadt-nato-gipfel-in-bruessel-viel-deutet-darauf-hin-dass-us-praesident-trump-das-militaerbuendnis-verlassen-will_id_9210160.html

 

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1 KOMMENTAR

  1. Von welchen Kosten für die USA reden die denn? Sämmtliche Ausgaben, die die US-Besatzer haben, bezahlt doch der deutsche Steuermichel.

    https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_120.html

    Angesichts dessen, daß schon vor Jahren ein US-Amerikaner aus dem Pentagon (Name weiß ich nicht mehr, einfach mal googlen) prognostizierte, daß in der BRD 2020 mit einem Bürgerkrieg zu rechnen ist, kann man doch einfach nur 1+1 (Einwanderung+Truppenabzug) zusammenrechnen und sich denken, warum die jetzt mit einem mal hier abziehen wollen.
    Ein Schelm, der böses dabei denkt…

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