„Facebook ist am Rande des Zusammenbruchs“, sagt der Betreiber einer der erfolgreichsten Facebook-Seiten 5/5 (1)

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Der Cambridge-Analytica-Skandal, ein Hackerangriff und Berichte über zahlreiche Datenpannen: Facebook hat ein hartes Jahr 2018 hinter sich. Die Aktionäre sind sauer, viele Nutzer fühlen sich nicht mehr sicher und Geschäftsführer Mark Zuckerberg bekommt zunehmend Druck von den Regulatoren auf beiden Seiten des Atlantiks. Wie lange geht das noch gut?

Hashem Al-Ghaili, der eine der erfolgreichsten Facebook-Seiten weltweit betreibt, glaubt: Nicht mehr lange. „Facebook ist am Rande des Zusammenbruchs“, sagte der 28-Jährige bei einer Podiumsdiskussion des Startup-Hubs Factory Berlin. „Wenn die Frequenz der negativen Schlagzeilen sich so fortsetzt, gebe ich ihnen noch maximal vier Jahre.“ 

Facebook-Star sagt Niedergang der Plattform voraus

Seine Einschätzung dürfte Facebook gar nicht gefallen, denn der in Bremen lebende Jemenit gehört zu den einflussreichsten Stimmen auf der Plattform. Mit seiner Seite „Science Nature Page“ erreicht Al-Ghaili knapp 31 Millionen Follower und betreibt damit nach eigenen Angaben die größte Wissenschaftsseite auf Facebook. Überprüfen lässt sich das nur schwer, im Vergleich mit anderen großen Seiten dürfte das aber hinkommen: Der Nasa folgen bei Facebook etwa 21 Millionen Menschen, die Wissenschaftsseiten der großen Medienhäuser wie die New York Times oder Buzzfeed kommen gerade mal auf auf eine Millionen Follower.

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Hashem Al-Ghaili (links) bei einer Podiumsdiskussion in Berlin über die Zukunft von Social Media.Hannah Schwär

Al-Ghaili argumentiert, dass die Datenschutzprobleme, die ständigen Änderungen des Algorithmus und die schlechte Strategie von FacebookMillionen von Nutzern vergraulen würden. Er selbst schaue sich daher schon nach Alternativen um und arbeite an einer eigenen App, um nicht mehr länger von dem Tech-Riesen abhängig zu sein. 

Mehrheit der Nutzer bleibt Facebook treu — trotz Datenskandal

Ein Blick in den Geschäftsbericht zeigt allerdings: Facebooks Zahlen sind nicht so schlecht, wie es sein angeschlagenes Image vermuten lässt. In Europa hat das soziale Netzwerk im vergangenen Jahr zwar mehr als zwei Millionen monatlich aktive Nutzer verloren. In den USA und im Rest der Welt scheint der Datenskandal aber kaum Auswirkungen auf die Nutzerzahlen zu haben, sodass Facebook im letzten Quartalsberichtimmer noch ein Wachstum von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr vorweisen konnte.

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Facebook

Es sind also nicht die schwindenden Nutzerzahlen, die Facebook gerade gefährlich werden. Denn so traurig es klingt: Der Mehrheit der Nutzer ist der missbräuchliche Umgang mit ihren Daten offenbar egal. Wenn es zum Niedergang kommt, dann dürfte dieser vor allem von dem juristischen und politischen Nachspiel der Datenskandale begleitet werden. 

Milliardenklagen und Regulierung könnten Facebook gefährlich werden

In Washington D.C. läuft bereits eine Klage gegen Facebook wegen des fahrlässigen Umgangs mit Nutzerdaten. Wenn es zu einem Verfahren auf Bundesebene käme, würden dem Unternehmen voraussichtlich Milliardenstrafen drohen. 

Zudem konnte Facebook bisher auch die gelobte Verbesserung nicht wirklich glaubhaft machen — eine schärfere Regulierung ist also nicht vom Tisch. In Europa denken Politiker wie Manfred Weber, Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP), sogar schon laut über eine Zerschlagung des Unternehmens nach.

Konkurrenz ist nicht in Sicht

Und was käme dann nach der Ära Facebook? Seinen größten Konkurrenten Instagram hat Mark Zuckerberg bereits aufgekauft, der nächst größere Rivale Snapchat schwächelte zuletzt.

„Vielleicht wird Amazon etwas Großes starten“, sagt Al-Ghaili bei der Podiumsdiskussion in Berlin. Bei Google sehe er hingegen eher geringe Chancen, da der Tech-Konzern erst 2018 seinen Facebook-Konkurrenten Google Plus eingestampft hat.

Auch Apple habe seiner Meinung nach eine schlechte Ausgangsposition für ein soziales Netzwerk, da die Samsung-Nutzer fehlen würden. Vielleicht wird auch ein völlig neuer Spieler die Branche mit einer innovativen Idee disruptieren — so wie Facebook vor 15 Jahren.

Quelle : https://www.businessinsider.de/facebook-ist-am-rande-des-zusammenbruchs-sagt-der-betreiber-einer-der-erfolgreichsten-facebook-seiten-2019-1?fbclid=IwAR22c8anxdekWMMCIbCM6h7aRXnzzokLU52KW4uxkRykAKCWQphXeMxiCuo

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