„Die EU-Kommission ist ab 2021 dazu verpflichtet, den realen Kraftstoffverbrauch für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zu überwachen.“

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Die EU-Kommission ist also dazu verpflichtet. Wer hat sie denn dazu verpflichtet? Die Frage wird nicht gestellt und nicht beantwortet. Stattdessen kann man im Spiegel lesen, dass die Maßnahme dazu dient, dass die Autohersteller endlich ehrliche Verbrauchswerte für ihre Fahrzeuge melden. Da das Ärgernis jeder kennt, finden viele Spiegel-Leser die Nachricht vielleicht sogar richtig gut.

Das ist umso wahrscheinlicher, weil das im Spiegel alles ganz toll klingt. Es geht um ehrliche Verbrauchsangaben, um CO2-Ersparnis und sogar um mögliche Steuervorteile für all jene, die besonders sparsam fahren. Da muss man sich als Leser doch freuen, bei so vielen guten Nachrichten! Zumal das EU-Parlament ja am gleichen Tag auch noch den „Klimanotstand“ ausgerufen hat. Da ist es natürlich höchste Zeit, endlich den Verbrauch von jedem Auto zu kontrollieren.

Da der Spiegel mal wieder keinerlei kritischen Fragen stellt, kann der Spiegel-Leser beruhigt einschlafen.

Ich stelle die Fragen aber: Welche Daten werden übermittelt? Auch Positionsdaten? Die sind ja wichtig für den Verbrauch. Ob man bergauf oder bergab fährt, hat schließlich Einfluss auf den Verbrauch und woher soll die EU-Kommission wissen, ob ich gerade bergauf oder bergab fahre, wenn ihr nicht auch gleich übermittelt wird, wo ich bin?

Eine weitere, interessante Frage ist: Werden die Daten anonymisiert? Weiß die EU nur, von welchem Fahrzeugmodell die Daten kommen? Oder kennt sie auch die Fahrgestellnummer und damit den Halter?

Das waren nur zwei Fragen, die mir spontan einfallen, aber selbst diese findet man im Spiegel nicht. Dafür findet man Informationen darüber, wie das technisch umgesetzt werden soll:

„Voraussetzung für die Datenübermittlung des Herstellers ist ein sogenanntes On-Board Fuel Consumption Meter, kurz OBFCM. Die Software zeichnet den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs ebenso auf wie den Energieverbrauch von Elektroautos oder Plug-in-Hybriden. Mit dem OBFCM müssen ab dem 1. Januar 2020 daher alle Pkw und leichten Nutzfahrzeuge mit neuer Typengenehmigung ausgerüstet sein. Dies wird beispielsweise neue Modell-Generationen, aber auch Facelifts oder neue Motorisierungsvarianten betreffen. Ein Jahr später, 2021, müssen dann alle Fahrzeuge, die zum ersten Mal zugelassen werden, über ein OBFCM verfügen. Ab diesem Jahr beginnt auch die Übermittlung der Daten an die Kommission.“

Bleibt noch die Frage, wie die Daten übermittelt werden sollen. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Der Spiegel listet die Möglichkeiten auf, also schauen wir sie uns mal an.

Die Daten werden „jeweils bei der Hauptuntersuchung vom TÜV ausgelesen und an die Kommission übertragen„. Das dürfte unwahrscheinlich sein, weil die Regelungen in den EU-Staaten zu unterschiedlich sind. In manchen Ländern findet die Hauptuntersuchung nur alle vier Jahre statt und die EU-Kommission wird kaum so lange auf die Daten warten wollen.

Die Daten werden „bei Stichprobenkontrollen im Straßenverkehr ermittelt„. Das würde bedeutet, dass die Polizei in Zukunft Kontrollen durchführen müsste, um die Stichproben zu nehmen. Da diese Daten dann aber eben nur Stichproben und keine verlässlichen Daten über alle Automodelle enthalten, wären solche Daten unbrauchbar. Es sei den, die Polizei würde jeden Tag und überall solche Kontrollen durchführen.

Die Daten werden „von zentral verwalteten Fahrzeugflotten, beispielsweise Autovermietungen, erhoben werden„. Das ist unwahrscheinlich, denn die EU soll ja Verbrauchsdaten von allen verkauften Modellen inklusive aller verschiedenen Motorisierungen bekommen. Was aber tun mit Modellen, die keine Autovermietung in ihrer Flotte hat?

Letzte Variante: Die Daten werden „automatisiert, drahtlos und direkt vom Fahrzeug an die EU-Kommission übermittelt werden„. Das würde alle oben genannten Probleme lösen: Es wären alle Autos erfasst und die Daten wären möglichst schnell bei der EU-Kommission.

Aber was bedeutet das? Es bedeutet, dass die EU-Kommission ab 2021 jederzeit weiß, wo welches Auto unterwegs ist, wenn auch die GPS-Daten übermittelt werden. Und wer garantiert uns, dass das nicht geschieht?

Bisher haben sich die Menschen freiwillig der totalen Überwachung unterzogen, indem sie sich beispielsweise Smartphones zugelegt haben. In Zukunft wird jedes Auto überwacht, ob man will oder nicht.

Und selbst wenn die GPS-Daten nicht ab 2021 übermittelt werden – wollen wir wetten, dass es innerhalb von zwei Jahren nach einem Terroranschlag den Vorschlag geben wird, die GPS-Daten auch gleich zu erfassen?

Natürlich nur im Interesse der Terrorbekämpfung versteht sich!

Quelle : https://www.anti-spiegel.ru/2019/totalueberwachung-die-stasi-waere-neidisch-ab-2021-senden-autos-daten-direkt-an-eu-kommission/amp/?fbclid=IwAR2MtPNFls7TsKySjk12IHkO4jY3v3ZLa4GnZQKc1rgBV09c7c_vcdYBCcY

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