Chemtrail-Anfrage: Regierung will keine Alu-Werte ausweisen

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Osnabrück. Die niedersächsische Landesregierung hat auf die mittlerweile dritte Anfrage des CDU-Abgeordneten Martin Bäumer zum Thema Chemtrails und Geo-Engineering geantwortet. Bäumer ist wiederum nicht zufrieden. Die Grünen teilen mit: „Da hilft auch kein Alu-Hut mehr.“

Wie viel Aluminium und Barium sind in Niedersachsens Luft? Die Landesregierung weist entsprechende Messwerte nicht aus. Den umweltpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Martin Bäumer ärgert das. Und ihn ärgert, dass das Umweltministerium auf seine Anfrage zu Chemtrails, Geo-Engineering und Chemikalien in der Luft immer nur scheibchenweise antwortet, statt Klartext zu reden. (Weiterlesen: Chemtrails: CDU-Abgeordneter Bäumer lässt nicht locker)

Bayern weist Aluminium-Werte aus

In einer Mitteilung wirft Bäumer der Regierung daher eine „Salami-Taktik“ vor. Zuletzt hatte der Abgeordnete aus Glandorf wissen wollen, warum Bayern die chemischen Elemente Barium und Aluminium in der Luft misst und ausweist, Niedersachsen aber nicht.

Die parlamentarische Anfrage war die mittlerweile dritte ihrer Art im Zusammenhang mit sogenannten Chemtrails oder Geo-Engineering – also dem Versuch der Einflussnahme auf Mensch und Umwelt durch das Ausbringen von Chemikalien. Vielen gilt dies als Verschwörungstheorie, und Fragensteller Bäumer („Abgeordneter mit Aluhut“) erntete reichlich Spott. Überzeugte aber lobten ihn gerade im Internet für seine Hartnäckigkeit. (Weiterlesen: Nach Chemtrail-Forderung: SPD empfiehlt Bäumer Amtsverzicht)

Der Fraktionsvorsitzenden im Kreistag Martin Bäumer (CDU) fordert Nachbesserungen bei der Luftüberwachung in Niedersachsen. Foto: Michael Gründel

Niedersachsen misst doch

In ihrer Antwort auf die dritte Anfrage räumt die Landesregierung nun ein, dass Aluminium- und Barium-Werte im Zuge der Feinstaubmessung auch in Niedersachsen ermittelt würden. Die Ergebnisse seien aber nicht aussagekräftig, so das Umweltministerium, und seien deswegen nicht veröffentlicht worden. „Die für diese Elemente registrierten Werte sind also hinsichtlich ihrer Qualität nicht einschätzbar und darum für eine weitergehende Auswertung und Interpretation ungeeignet“, heißt es in der Antwort. Warum Bayern sie trotzdem veröffentliche, sei in Hannover nicht bekannt. Gesetzlich vorgeschrieben sei es jedenfalls nicht.AnzeigeAnzeige

Landesregierung sieht keine Erfordernis 

Die Antwort der Landesregierung schließt mit den Worten: „Die Landesregierung sieht nach wie vor keine Erfordernis, für eine über die bisherigen Messungen hinausgehende Untersuchung der Luftqualität.“ Martin Bäumer erzürnt das. Er fordert eine Stärkung der Luftüberwachung. „Wir leben in Niedersachsen, und die Menschen fragen sich zurecht, warum das Umweltministerium für den Wolf mehr als eine Million Euro ausgibt, aber beim Thema Luftüberwachung mit den Achseln zuckt“, so Bäumer.

Behörden: Keine Hinweise auf Chemtrails

Ein Sprecher der bayrischen Landesbehörde hatte unserer Redaktion bereits bestätigt, dass in Bayern Aluminium und Barium ohne besonderen Hintergedanken quasi freiwillig bei den Luftmessungsergebnissen ausgewiesen werden. Er betonte aber auch: „Die in sozialen Medien in den letzten Wochen vielfach verbreitete Suggestion, dass unsere Staubniederschlagsmessungen und insbesondere die dabei gefundenen Metallkonzentrationen zeigen, dass über sogenannte Chemtrails Metallstäube in die Atmosphäre gebracht werden, wird vom LfU nicht mitgetragen und nicht bestätigt.“

 Auch die niedersächsische Landesregierung hatte bereits auf eine Anfrage von Bäumer hin geantwortet, dass sie nicht an die Existenz von Chemtrails glaubt und keine Hinweise auf derartige Aktivitäten über unseren Köpfen habe. Die Anhänger dieser Theorie überzeugt das nicht. (Weiterlesen: Abgeordneter: Regierung muss Existenz von Chemtrails prüfen)

„Da hilft auch kein Alu-Hut mehr“

Von seinen Parlamentskollegen in Hannover hagelt es wiederum Kritik. Volker Bajus, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, erklärte, Bäumer sei „offenbar nichts peinlich“. Der Parlamentarier stellte sein Fragerecht an die Landesregierung „in den Dienst der Chemtrail-Fans“. Bäumer unterstütze damit Verschwörungstheorien und produziere Fake-News. „Da hilft auch kein Alu-Hut mehr“, so Bajus.

Quelle :https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/837102/chemtrail-anfrage-regierung-will-keine-alu-werte-ausweisen?fbclid=IwAR1FREYjGtPdTfbJfBHLe42odqucWStNUEjmbsUSbAwnCdaH4uk5G_WdsZI

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