Schwimmendes Riesenradar soll Nordkorea ausspähen

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Schwimmendes Riesenradar soll Nordkorea ausspähen

Hamburg – Tarnkappenjäger, Stealth-Bomber, Zerstörer – und nun noch eine riesige, schwimmende Radarstation: Die USA verstärken ihre Militärpräsenz im koreanischen Krisengebiet. Am Montag teilte das Verteidigungsministerium mit, dass zur Überwachung möglicher Raketenstarts aus Nordkorea die Radarplattform SBX-1 näher an die nordkoreanische Küste geschickt werde. Wie CNN berichtet, könnte die Marine weitere Flottenteile dorthin schicken.

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Das SBX-1 ist eine schwimmende Plattform mit einem Radar, das angeblich noch Objekte von der Größe eines Baseballs in 4800 Kilometer registrieren kann. Die künstliche Insel ist 73 Meter breit, 119 Meter lang und 85 Meter hoch. Wegen seines runden, weißen Aufbaus wird die Radarstation auch Riesen-Golfball genannt. Das SBX-1 wurde vor acht Jahren in Betrieb genommen und kostete damals umgerechnet rund 700 Millionen Euro. Mehr als 80 Besatzungsmitglieder arbeiten auf der Spähplattform.

Als Nordkorea 2009 eine Rakete startete, hätte das SBX-1 gute Dienste leisten können – musste aber dann doch in heimischen Gewässern bleiben. Offiziell sollte das Riesenradar damals technisch überholt werden. Die „Washington Times“ berichtete aber auch von strategischen Überlegungen: Eine Verlegung des SBX-1 wäre von Nordkorea wohl als Provokation aufgefasst worden. Im vergangenen Jahr gab es weniger Bedenken, als die Plattform in Richtung Nordkorea verlegt wurde.

Das Regime hat den Konflikt um sein Atomwaffenprogramm zuletzt weiter angeheizt. Nordkorea kündigte am Dienstag an, seinen abgeschalteten Fünf-Megawatt-Reaktor im Nuklearzentrum Yongbyon wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Sämtliche Anlagen in Yongbyon, eingeschlossen des Reaktors und einer Anlage zur Urananreicherung, sollen „angepasst und neugestartet“ werden, zitierten die Staatsmedien die Generalabteilung für Atomenergie. Die Atomstreitmacht solle „in Qualität und Quantität“ verstärkt werden, zugleich solle die akute Stromknappheit behoben werden.

Die jüngste Ankündigung aus Pjöngjang erfolgte nach einer Reihe von Kriegsdrohungen gegen Südkorea und die USA in den vergangenen Wochen. Damit reagierte Nordkorea auf die Ausweitung von Uno-Sanktionen wegen des dritten Atomtests des Landes im Februar und südkoreanisch-amerikanische Militärübungen. Als Verbündeter Südkoreas hatten die USA ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt, um Stärke zu demonstrieren.

Quelle : http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/sbx-1-schwimmendes-riesenradar-soll-nordkorea-ueberwachen-a-892008.html

 

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